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Die Sektkorken knallten und ein lautes „Bundesliga, Bundesliga, hey, hey…“ schallte über die Tennisanlage im Norden Berlins. Der Center-Court wurde kurzerhand zur Tanzfläche umfunktioniert und mittendrin: Die Herren-30-Mannschaft des SV-Reinickendorf, die sich gerade den Klassenerhalt in der Tennis-Bundesliga gesichert hatte. Auf den letzten Drücker. In einem an Dramatik kaum zu überbietenden Showdown.

Dabei hatte die erste Bundesliga-Saison der Reinickendorfer Vereinsgeschichte alles andere als gut begonnen. Gegen den vermeintlichen Abstiegskonkurrenten TTK Sachsenwald gab es im ersten Saisonspiel in Hamburg eine 4:5-Niederlage, wobei das entscheidende Doppel ganz knapp mit 5:10 im entscheidenden Match-Tiebreak des dritten Satzes verloren ging.

Von diesem Rückschlag hat sich das Bundesliga-Team aus Tegel-Süd aber nicht unterkriegen lassen. Im Gegenteil: Die nächste Partie beim Uhlenhorster HC Hamburg ging nach großem Kampf mit 7:2 an die Reinickendorfer und damit stand die Tür zur Rettung wieder offen.

Im weiteren Saisonverlauf entwickelte sich dann der letzte Spieltag zum Tag der Entscheidung.

Die Ausgangslage war klar: Nur mit einem Heimsieg gegen den Dorstener TC konnten sich die Reinickendorfer ein weiteres Jahr Bundesliga-Tennis sichern.

Nach den ersten drei Einzeln stand es dann 1:2 und einmal mehr stand der SVR mit dem Rücken zur Wand. In dieser Situation aber zeigten die Berliner schon wieder, was Kämpferheiz und Teamgeist bedeutet. Von den nächsten drei Einzeln gingen zwei Matches an den SV Reinickendorf. 3:3 stand es also vor den dann alles entscheidenden drei Doppeln.

Hier schlug dann zum richtigen Zeitpunkt die stärkste Stunde des Teams. Denn alle drei Doppel konnten die Reinickendorfer für sich entscheiden. Die Paarung Timo Fleischfresser und Kristofer Stahlberg konnte ihre Partie sogar nach drei abgewehrten Matchbällen noch gewinnen. Und so stand letztlich ein 6:3 zu Buche. Die Bundesliga-Reise des SV Reinickendorf geht damit weiter.

Ein Verein, der zuvor noch nie in diesen Sphären Tennis gespielt hatte. Und jetzt spielen die 30iger-Herren aus Reinickendorf (namentlich: Marin Bradaric, Dacian Craciun, Timo Fleischfresser, Kristofer Stahlberg, Pilt Arnold, Tim Bauer, Daniel Gerlach, Richard Lieberenz und Florian Zschiedrich) tatsächlich ein weiteres Jahr gegen ehemalige Top-100-Spieler, gegen Wimbledon-Teilnehmer und Weltklasse-Athleten. Damit haben die SVR’ler nach dem sensationellen Aufstieg im letzten Jahr den nächsten (und wohl noch wertvolleren) Meilenstein der Vereinsgeschichte erreicht.

Und all das passt in die Entwicklung der Reinickendorfer. Denn in den letzten Jahren hat sich der Verein zu einem Leuchtturm im Berliner Tennis gemausert. Neben den Herren-30-Bundesliga-Spielern stellt der Verein in diesem Jahr sowohl bei den Herren 40 als auch bei den Herren 55 den Ostdeutschen Meister und die 2. Herren 30, die Herren 50 und die Herren 60 haben sich jeweils den Titel des Berlin-Brandenburg-Meisters gesichert.

Da darf sich der Center-Court auch schonmal in eine Tanzfläche verwandeln…

SV Reinickendorf

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